5 Wege wie Schweizer Gastronomen Laufkundschaft zu Stammkunden machen

Leander Pfleghard - Co-Founder
July 23, 2026

Ein Gast kommt rein, bestellt einen Kaffee und ein Gipfeli, zahlt und geht. Vielleicht kommt er wieder, vielleicht nicht. Du weisst es nicht, und du hast keine Möglichkeit, ihn daran zu erinnern, dass du existierst. Genau das ist das Problem der meisten Gastronomiebetriebe in der Schweiz: Sie haben keinen systematischen Weg, aus Laufkundschaft wiederkehrende Kunden zu machen.

Das ist kein Vorwurf, sondern eine Beobachtung. Der Alltag im Betrieb lässt wenig Raum für Marketingstrategie. Aber der Unterschied zwischen einem Café das läuft und einem das kämpft, liegt oft nicht im Angebot, sondern darin, wie viele Gäste regelmässig zurückkommen. Wer einmal pro Woche statt einmal pro Monat kommt, ist nicht doppelt so wertvoll, sondern vier Mal so wertvoll.

Die folgenden fünf Ansätze sind keine Theorie. Sie sind konkrete Massnahmen, die Schweizer Gastronomen heute umsetzen können.

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1. Erkenne, warum Gäste nicht wiederkommen

Bevor wir über Lösungen sprechen: Warum kommen Gäste überhaupt nicht zurück? Meistens nicht, weil das Essen schlecht war. Sondern weil es keinen Grund gab, speziell zu dir zurückzukommen. Das Café nebenan hat auch guten Kaffee. Das Restaurant um die Ecke hat auch ein Mittagsmenü.

Gäste sind keine treuen Wesen von Natur aus. Sie sind bequem. Sie gehen dorthin, wo sie sich erinnert fühlen, wo sie einen Vorteil haben oder wo der nächste Schritt klar ist. Wenn du nichts tust, um diesen Grund zu schaffen, überlässt du die Entscheidung dem Zufall.

Das ist der Kern des Problems mit wiederkehrenden Kunden in der Gastronomie: Es fehlt nicht am Produkt, sondern an der Verbindung zwischen dem ersten und dem zweiten Besuch.

2. Schaffe einen konkreten Grund zum Wiederkommen

Der einfachste und bewährteste Weg, wiederkehrende Kunden in der Gastronomie zu gewinnen, ist ein Treueprogramm. Nicht weil es originell ist, sondern weil es funktioniert. Der Mechanismus ist simpel: Wer weiss, dass der zehnte Kaffee gratis ist, hat einen konkreten Grund, immer wieder zu dir zu kommen statt zur Konkurrenz.

Das Problem mit klassischen Papierstempelkarten ist bekannt. Sie gehen verloren, werden vergessen, sind leicht zu fälschen und geben dir keinerlei Information darüber, wer deine Kunden eigentlich sind. Wer heute noch auf Papier setzt, verschenkt nicht nur Effizienz, sondern auch Daten.

Eine digitale Stempelkarte für Restaurants löst diese Probleme. Gäste scannen beim Bezahlen einen QR-Code, die Karte landet direkt in Apple Wallet oder Google Wallet, und du siehst im Dashboard, wer wie oft kommt. Kein Zettelchaos, keine verlorenen Karten, keine manuellen Fehler.

3. Nutze Push-Nachrichten zur richtigen Zeit

Stell dir vor: Es ist Dienstagmittag, dein Mittagsmenü ist frisch, aber die Auslastung ist schwach. Du könntest jetzt alle Gäste, die in den letzten vier Wochen bei dir waren, mit einer kurzen Nachricht auf ihr Natel erreichen. Nicht per E-Mail, die vielleicht niemand liest, sondern direkt als Push-Benachrichtigung auf den Sperrbildschirm.

Genau das ermöglicht ein digitales Treueprogramm mit Push-Nachrichten. Du schreibst einmal, alle Karteninhaber sehen es. Das ist kein Massenspam, sondern gezielte Kommunikation mit Leuten, die bereits bei dir waren und grundsätzlich wiederkommen würden.

Nehmen wir das Café Sonnenbogen in Biel als Beispiel. Angenommen, sie haben 180 aktive Treuekarten-Nutzer. Wenn sie jeden zweiten Dienstag eine kurze Nachricht senden – "Heute: Hausgemachter Apfelkuchen, frisch aus dem Ofen" – und davon kommen 15 Prozent vorbei, sind das 27 zusätzliche Gäste an einem sonst ruhigen Tag. Bei einem Durchschnittsbon von 12 CHF macht das 324 CHF Mehrumsatz. Für eine Nachricht, die zwei Minuten gedauert hat.

Das ist kein Wunder, sondern Mathematik. Und sie funktioniert nur, wenn du eine direkte Verbindung zu deinen Gästen hast.

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4. Mache den ersten Schritt so einfach wie möglich

Eines der grössten Hindernisse bei Treueprogrammen ist die Einstiegshürde. Wenn ein Gast eine App herunterladen, ein Konto erstellen und seine E-Mail-Adresse bestätigen muss, verlierst du ihn. Nicht weil er kein Interesse hat, sondern weil der Aufwand in keinem Verhältnis zum sofortigen Nutzen steht.

Deshalb ist der Ansatz ohne App-Download entscheidend. Wenn dein Gast einfach einen QR-Code scannt und die Karte sofort in seinem Wallet hat, ist die Hürde praktisch null. Das ist der Unterschied zwischen einem Treueprogramm, das 5 Prozent deiner Gäste nutzen, und einem, das 40 Prozent nutzen.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt der Umstieg von der Papierkarte auf die digitale Kundenkarte: Ein kleines Café stellt einen QR-Code-Aufsteller an die Kasse. Der Gast scannt, die Karte ist in 20 Sekunden im Wallet. Beim nächsten Besuch zeigt er einfach sein Natel. Fertig.

Je einfacher der erste Schritt, desto mehr Gäste machen ihn. Und je mehr Gäste eine Karte haben, desto mehr kommen zurück.

5. Belohne Treue sichtbar und spürbar

Ein Treueprogramm funktioniert nur, wenn die Belohnung attraktiv genug ist. Das klingt offensichtlich, wird aber häufig falsch umgesetzt. Wer nach zehn Stempeln einen Rabatt von einem Franken bekommt, fühlt sich nicht belohnt, sondern verarscht.

Die Faustregel: Die Belohnung sollte ungefähr zehn Prozent des Umsatzes entsprechen, den ein Gast für die Stempel ausgegeben hat. Wenn jemand zehn Mal einen Kaffee für 4.50 CHF kauft, also 45 CHF ausgibt, ist ein gratis Kaffee im Wert von 4.50 CHF eine faire Belohnung. Das entspricht genau zehn Prozent und ist für dich als Betreiber gut kalkulierbar.

Wichtig ist auch die Sichtbarkeit. Wenn der Gast sieht, dass er sieben von zehn Stempeln hat, motiviert ihn das. Dieser Fortschrittseffekt ist psychologisch gut belegt und einer der Hauptgründe, warum digitale Karten im Wallet besser funktionieren als Papier: Der Gast sieht seinen Stand jederzeit, ohne danach suchen zu müssen.

Wer noch einen Schritt weitergehen will, kann mit einem punktebasierten System arbeiten, bei dem höhere Ausgaben mehr Punkte bringen. Das lohnt sich besonders für Restaurants mit grösserem Durchschnittsbon.

Wie viel ist ein Stammkunde wirklich wert?

Lass uns kurz rechnen, damit klar wird, warum sich der Aufwand lohnt. Nehmen wir ein Take-Away in Zürich mit einem Durchschnittsbon von 15 CHF. Ein Gast, der einmal im Monat kommt, bringt 180 CHF pro Jahr. Derselbe Gast, der dank eines Treueprogramms zweimal im Monat kommt, bringt 360 CHF. Der Unterschied ist nicht der Gast, sondern die Massnahme, die ihn öfter bringt.

Wenn du 100 solcher Gäste hast und es schaffst, die Hälfte davon von einmal auf zweimal pro Monat zu bringen, sind das 9'000 CHF Mehrumsatz pro Jahr. Ohne neue Gäste zu gewinnen, ohne Werbung zu schalten, ohne das Angebot zu ändern.

Das ist der eigentliche Wert von wiederkehrenden Kunden in der Gastronomie: Sie sind günstiger als Neukunden und ihr Potenzial ist direkt beeinflussbar. Du musst nur die richtigen Werkzeuge einsetzen.

Wer sich fragt, welche konkreten Gründe für ein Loyalty-Programm sprechen, findet in diesem Artikel zu 10 Gründen für ein Treueprogramm eine gute Übersicht.

Wiederkehrende Kunden in der Gastronomie: Der entscheidende Schritt

Die fünf Wege in diesem Artikel sind keine Geheimrezepte. Sie sind konsequente Anwendung von etwas, das funktioniert: Gäste einen Grund geben zurückzukommen, die Hürde zum Mitmachen tief halten, und die Verbindung zu deinen Gästen aktiv pflegen statt dem Zufall zu überlassen.

Der häufigste Fehler ist nicht, das Falsche zu tun, sondern gar nichts zu tun. Wer wartet, bis die Stammkundschaft von selbst wächst, wartet meistens vergebens. Wer ein einfaches System einführt, sieht oft schon nach wenigen Wochen, dass mehr Gesichter wiederkehren.

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Häufige Fragen zu wiederkehrenden Kunden in der Gastronomie

Wie viele Besuche braucht es, bis ein Gast zum Stammkunden wird?
Was ist der einfachste Weg, wiederkehrende Kunden in der Gastronomie zu gewinnen?
Lohnt sich ein Treueprogramm für ein kleines Café oder Take-Away?
Wie funktionieren Push-Nachrichten an Gäste ohne eigene App?
Welche Belohnung motiviert Gäste am meisten, wiederzukommen?
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