Wie oft wird eine digitale Stempelkarte in der Schweiz wirklich eingelöst? Unsere echten Zahlen

Leander Pfleghard - Co-Founder
July 27, 2026

Die Frage kommt regelmässig: "Lösen Kunden das überhaupt ein?" Gemeint ist die digitale Stempelkarte. Und die Skepsis ist berechtigt – denn wer schon mal Papierstempelkarten verteilt hat, kennt das Gefühl: Man gibt sie raus, sieht sie nie wieder, und weiss nicht, ob sie irgendetwas bewirkt haben.

Wir haben uns diese Frage auch gestellt. Und weil wir keine Antwort aus einer Marketingstudie liefern wollen, zeigen wir dir echte Zahlen aus einem echten Betrieb – anonym, aber vollständig. Sechs Monate Laufzeit, ein Stamply-Kunde aus der Schweiz, reale Transaktionsdaten.

Das Ergebnis: Die digitale Stempelkarte wird eingelöst. Aber die interessantere Geschichte steckt in den Details.

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Die echten Zahlen: 6 Monate digitale Stempelkarte in der Schweiz

Unser Kunde – ein Schweizer Kleinbetrieb, den wir aus Datenschutzgründen nicht namentlich nennen – hat sein Loyalty-Programm über Stamply betrieben. Hier sind die Rohdaten aus diesem Zeitraum:

  • 90 % Einschreibungsrate: Neun von zehn Kunden, die die Karte angeboten bekamen, haben sie auch installiert.
  • 78 % Engagement Rate: Knapp vier von fünf eingeschriebenen Kunden haben mehr als einen Stempel gesammelt – sie sind also wiedergekommen.
  • Über 7'000 verteilte Stempel in sechs Monaten.
  • Über 4'000 getrackte Besuche über das Loyalty-Programm.
  • 379 ausgegebene Belohnungen, davon 317 eingelöst.
  • Plattformkosten im gesamten Zeitraum: etwas über 200 CHF.

Und dann noch eine Zahl, die uns besonders aufgefallen ist: Der treueste Kunde hat in diesem Zeitraum über 1'000 CHF Umsatz generiert. Mit einer Papierstempelkarte wäre dieser Mensch unsichtbar geblieben.

Was die Einlösungsrate wirklich bedeutet – und warum 20 % nicht eingelöste Belohnungen kein Problem sind

Von 379 ausgegebenen Belohnungen wurden 317 tatsächlich eingelöst. Das sind rund 84 %. Die restlichen 62 Belohnungen – etwa 16 bis 20 % – wurden nicht eingelöst.

Auf den ersten Blick klingt das nach einem Makel. In Wirklichkeit ist es ein Vorteil.

Jede Belohnung, die du ausgibst, aber nicht eingelöst wird, ist Umsatz, den du nicht "verschenkst". Das nennt sich im Fachjargon Breakage – und es ist ein normaler Bestandteil jedes Loyalty-Programms, ob bei Migros Cumulus oder beim lokalen Café. Der Unterschied: Mit einem digitalen System siehst du diese Zahl. Mit Papierkarten weisst du es schlicht nicht.

Loyalty bedeutet nicht automatisch Verlust. Es bedeutet, dass du Kunden einen Grund gibst, wiederzukommen – und ein Teil davon kommt, ohne dass du die Belohnung je auszahlen musst. Das ist strukturell gesund, solange die Einlösungsrate hoch genug bleibt, um das Programm attraktiv zu halten. 84 % ist ein guter Wert.

Wer mehr über den Vergleich zwischen digitalen und physischen Karten wissen will, findet in unserem ehrlichen Vergleich digitaler und Papierstempelkarten eine detaillierte Gegenüberstellung.

78 % Engagement Rate – und warum du das mit Papier nie messen könntest

Die Zahl, die uns am meisten beschäftigt, ist die Engagement Rate: 78 % aller eingeschriebenen Kunden haben mehr als einen Stempel gesammelt. Das bedeutet, sie sind mindestens zweimal gekommen.

Das klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht.

Mit einer Papierstempelkarte weisst du nicht, wie viele Karten du ausgegeben hast, wie viele davon je wieder aufgetaucht sind, welche Kunden regelmässig kommen und welche nach dem ersten Besuch verschwunden sind. Du hast keine Daten. Du hast Hoffnung.

Mit einer digitalen Stempelkarte hast du ein Dashboard. Du siehst, wer aktiv ist, wer seit Wochen nicht mehr da war, und – wie in diesem Fall – wer dein bester Kunde ist. Der Kunde mit über 1'000 CHF Umsatz in sechs Monaten ist kein Zufall. Er ist eine Information, auf die du reagieren kannst: mit einer Push-Nachricht, einem besonderen Angebot, einem persönlichen Dankeschön.

Genau das ist der Unterschied zwischen einem Treueprogramm und einer Stempelkarte. Die Kundenprofile in Stamply zeigen dir diese Daten in Echtzeit – ohne dass du etwas manuell erfassen musst.

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92 % Apple Wallet – was das über den Schweizer Markt sagt

Eine Zahl aus den Daten hat uns überrascht: 92 % aller Karteninstallationen liefen über Apple Wallet. Das deckt sich mit der Realität des Schweizer Markts – rund 50 % der Bevölkerung nutzt ein iPhone, und diese Nutzer sind überdurchschnittlich aktiv, wenn es darum geht, Karten ins Wallet zu legen.

Das bedeutet konkret: Wenn du als Betrieb eine digitale Stempelkarte anbietest, erreichst du mit Apple Wallet den grössten Teil deiner Kunden sofort. Stamply unterstützt selbstverständlich auch Google Wallet für Android-Nutzer – aber der Löwenanteil läuft über Apple.

Warum ist das relevant? Weil eine Karte im Wallet anders funktioniert als eine App. Sie ist immer sichtbar, braucht keinen Download, und du kannst Push-Benachrichtigungen direkt auf den Sperrbildschirm schicken. Das ist kein Vergleich zu einer Instagram Story, die nach 24 Stunden verschwindet. Eine Karte im Wallet bleibt – und erinnert den Kunden bei jedem Blick aufs Natel an deinen Betrieb.

Mehr dazu, wie das technisch funktioniert, erklärt unser Artikel über Kundenkarten in der Apple Wallet.

Was kostet das – und rechnet es sich?

Über sechs Monate hat diesen Betrieb die Stamply-Plattform etwas über 200 CHF gekostet. Das sind rund 33 CHF pro Monat.

Stell das gegenüber: 4'000 getrackte Besuche. 317 eingelöste Belohnungen. Ein Stammkunde mit über 1'000 CHF Umsatz, den du namentlich kennst und gezielt ansprechen kannst.

Selbst wenn du nur einen einzigen Kunden durch das Loyalty-Programm öfter in deinen Betrieb holst, amortisiert sich das schnell. Ein Coiffeursalon mit einem Haarschnitt à 80 CHF braucht drei zusätzliche Besuche pro Monat, um die Plattformkosten mehrfach zu decken. Ein Café mit einem Kaffee à 4.50 CHF braucht acht Besuche mehr pro Monat.

Das ist keine Hochrechnung aus einer Studie. Das ist einfache Mathematik aus dem Alltag.

Wer wissen will, was eine Papierstempelkarte im Vergleich dazu wirklich kostet – nicht nur in Franken, sondern auch in entgangenen Daten und verpassten Chancen – findet dazu mehr in unserem Artikel über die Nachteile gedruckter Stempelkarten.

Ist der Schweizer Markt bereit für digitale Stempelkarten?

Ja. Und er ist noch nicht gesättigt.

Das ist unser klarer Standpunkt, und die Daten stützen ihn. Eine 90-prozentige Einschreibungsrate zeigt, dass Kunden bereit sind, die Karte zu installieren – wenn der Betrieb sie aktiv anbietet und erklärt. Das ist der entscheidende Punkt: Die Technologie ist kein Hindernis. Der Hinderungsgrund ist meistens, dass der Betrieb die Karte nicht konsequent anbietet.

Wer als Unternehmer direkt mit Logo und Push-Nachricht im Wallet seiner Kunden ist, hat einen Kommunikationskanal, den kein Social-Media-Algorithmus wegschalten kann. Das ist kein Trend. Das ist ein struktureller Vorteil gegenüber Betrieben, die noch auf Papier setzen.

Der Schweizer Markt ist bereit. Die Frage ist, ob du als Erster in deiner Strasse diesen Schritt machst – oder ob du wartest, bis es dein Nachbar tut.

Was du aus diesen Zahlen mitnehmen solltest

Digitale Stempelkarten werden in der Schweiz eingelöst. Die Einlösungsrate liegt in diesem Beispiel bei 84 %, die Engagement Rate bei 78 %, und der Betrieb hat in sechs Monaten über 4'000 Besuche über sein Loyalty-Programm getrackt – für etwas über 200 CHF Gesamtkosten.

Das sind keine Hochglanzversprechen. Das sind Rohdaten aus einem echten Betrieb. Und sie zeigen: Ein Loyalty-Programm muss kein Verlustgeschäft sein. Es ist ein Instrument, das dir zeigt, wer deine besten Kunden sind – und dir die Werkzeuge gibt, sie zu halten.

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Häufige Fragen zur digitalen Stempelkarte Einlösung in der Schweiz

Wie hoch ist die typische Einlösungsrate bei einer digitalen Stempelkarte in der Schweiz?
Lohnt sich eine digitale Stempelkarte für einen kleinen Betrieb in der Schweiz?
Was ist der Unterschied zwischen einer digitalen Stempelkarte und einer Papierstempelkarte?
Wie funktioniert die digitale Stempelkarte Einlösung technisch in der Schweiz?
Welche Wallet-App nutzen Schweizer Kunden am häufigsten für digitale Stempelkarten?
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